
Danielle ist Vollzeit-Reisende und freischaffende Journalistin. Bereits seit 2015 ist sie unterwegs, von Albanien bis Zypern (mit über 80 Ländern dazwischen). Du kannst sie auf Instagram finden, unter @danieelizabeth
Als ich vor über fünf Jahren zu meiner Langzeitreise aufbrach, habe ich an jedem Cent (oder Penny, oder Pence, oder Dirham, …) gehangen und habe versucht, mit meinem Ersparten so lange wie möglich auszukommen. Bald wurde mir jedoch klar, dass all das Sparen nicht ausreichen würde, da ich immer noch den einen oder anderen kostspieligen Fehler machte.
Beispielsweise sammelten sich über das erste Halbe Jahr hinweg mehr als €240 in Geldautomaten-Spesen an. Dann kam ich an einen Punkt, an dem ich besessen davon war, meine Flugkosten möglichst gering zu halten. Doch ich betrachtete das große Ganze nicht. Ich verstand auch nicht, wie sehr diverse Preise tatsächlich vom eigenen Verhandlungsgeschick abhängen. Ich war beinahe zu sehr darauf fokussiert, Geld zu sparen, um zu bemerken, dass ich vorne und hinten mehr Geld ausgab als notwendig. Wirklich funktionierende Spartipps mussten her. Und nach nun mehr als fünf Jahren Reisen, freue ich mich riesig darauf, diese lang erlernten und erprobten Spartipps für Langzeitreisen mit euch zu teilen!
1. Manchmal ist etwas, das sich wie ‚auf den Putz hauen‘ anfühlt, alles andere als das
Mit kleinem Budget zu reisen kann verschiedene Bedeutungen haben. Hat die Unterkunft, die ihr gebucht habt, eine Küche, in der ihr selbst Essen zubereiten könnt? Hat sie eine Waschmaschine, um bereits müffelnde Kleidung zu waschen? Liegt sie in Gehdistanz zu jenen Orten, die ihr während des Aufenthalts am häufigsten besuchen werdet? Oder müsst ihr etwa täglich mit mehrfachen Ausgaben für den öffentlichen Verkehr rechnen?
Es gibt so viele Faktoren, die zum finalen Preis einer Unterkunft beitragen.
Es ist weniger wahrscheinlich, dass ich eine vorhandene Küche in einem Hostel nutze, als die Küche in einem AirBnB Gästehaus. In Letzterem teile ich mir die Räumlichkeiten nicht mit anderen Gästen und muss mir keine Sorgen machen, dass meine Speisereste für den nächsten Tag verschwinden.

2. Sparen mit den richtigen Kredit- und Girokarten
Geld sparen mit Reise-Kreditkarten
Meiner Kreditkarte hat mir in vielerlei HInsicht geholfen, Geld beim Reisen zu sparen. Es entstehen keine Gebühren für Auslandstransaktionen und ich bekomme 3 x Punkte bei Reisen und Restaurants weltweit. (Es ist mir wirklich peinlich zuzugeben, wie hoch mein tatsächlicher Prozentsatz dieser Ausgaben ist).
Und hier noch ein Kreditkarten-Spartipp, an den viele nicht denken: Kreditkarten kommen oft auch mit speziellen weiteren Vorteilen für Reisende, beispielsweise kostenlos inkludierten Gepäckversicherungen, Reisestornoversicherung oder Zugang zu Flughafen-Lounges mit Snacks und Ruhemöglichkeiten.
Solltet ihr regelmäßig mit derselben Fluglinie fliegen oder in derselben Hotelkette unterkommen, erkundigt euch zudem, ob es vielleicht auch Fluglinien- oder Hotel-spezifische Prämienprogramme gibt, um eure Vorteile zu maximieren.
Für Reisende aus Deutschland bieten die zwei Hamburger Banken Barclays und Hanseatic beide jeweils eine sehr gute Reisekreditkarte an. Die Barclays Visa Card und die Hanseatic GenialCard sind in vielen Punkten sehr ähnlich. Beide bieten etwa eine dauerhafte 0€ Jahresgebühr, eine weltweite 0€ Bargeldabhebungsgebühr und verfügen beide über einen Verfügungsrahmen. Wenn ihr einen umfangreichen Versicherungsschutz sucht, sichert euch dagegen die American Express Platinum Card im Prinzip gegen alles ab. Außerdem bietet sie weitere Vorteile, wie ein jährliches Reiseguthaben, kostenlose Lounge-Zugänge, sowie Upgrades, Frühstück und weitere Statusvorteile in zahlreichen Hotels.
3. Klammert euch nicht an bestimmte Flüge oder Flugzeiten
Klammert euch generell nicht an Vorstellungen. Wenn ihr darauf achtet, einen bestimmten Flug zu buchen oder zu einer bestimmten Zeit zu fliegen, geht das ganz schön ins Geld. Ihr müsst akzeptieren, dass Spartipps nur dann funktionieren, wenn ihr auch genügend Flexibilität an den Tag legt.
Wenn ihr darauf besteht, an bestimmte Orte zu bestimmten Zeiten zu reisen, liegen die Flug- oder Hotelkosten möglicherweise außerhalb eures Budgets. Mit einem ‚kurzen Trip‘ nach München zum Oktoberfest oder zum Karneval nach Rio könnte das ganze Monats-Budget draufgehen.
Neben Flexibilität, gehört übrigens auch die ‚Alle Orte‘-Suche von Skyscanner zu meinen liebsten Spartipps für Langzeitreisen. Mit dem nützlichen Tool könnt ihr nach beliebigen Reisezielen suchen und die besten Flugangebote finden.
4. Beachtet die örtlichen Lebenshaltungskosten
Egal ob digitaler Nomade oder nicht, Websites wie NomadList können euch einen Überblick über die durchschnittlichen monatlichen Lebenshaltungskosten an diversen Orten rund um den Globus verschaffen. Zu den Top Destinationen, an denen ihr für weniger als €1.200/Monat leben könnt, zählen etwa Mexiko Stadt, Buenos Aires, Medellín, Budapest, Sofia und Tiflis.
(Und ich garantiere persönlich, dass es sich lohnt, in jedem dieser Reiseziele einen Monat oder länger zu verbringen.)

5. Zieht Reisen in die ganze Welt in Erwägung
Manchmal geht es in Sachen Spartipps für Langzeitreisen vor allem darum, die eigene Denkweise zu ändern. Wenn ich im Laufe der Jahre eines über Budget-Reisende gelernt habe, dann, dass sie alle dazu tendieren ihre ganze Aufmerksamkeit auf zwei Dinge zu richten.
Erstens, sind sie alle sehr stark auf die Flugpreise fokussiert. Leider realisieren sie nicht, dass der günstigere Flug um 3 Uhr morgens auch möglicherweise bedeutet, dass sie im Anschluss ein Taxi für €50 oder mehr nehmen müssen, um in ihre Unterkunft zu kommen, anstatt einfach €2,50 für den Bus zu bezahlen.
Und zweitens fliegen sie lieber für €100 in Land X als für €300 in Land Y, selbst wenn die Lebenshaltungskosten in Land X fünf Mal höher sind als in Land Y.
Die Lektion bzw. der Spartipp hier, gerade bei Reisen mit geringem Budget, ist den Blick auf das große Ganze nicht zu verlieren. Ein großartiger Flug-Deal ist nur dann ein wahrhaftiges Schnäppchen, wenn die Lebenshaltungskosten ähnlich günstig sind. Auf der anderen Seite können scheinbar teure Flüge nach Sri Lanka oder auf die Philippinen richtige Schnäppchen sein, dank niedriger Lebenshaltungskosten vor Ort.
6. Es schadet nie zu fragen
Achtung, riesiger Budget-Tipp: Verhandelt eure Preise, oder fragt einfach höflich nach Vergünstigungen. Wenn ihr fünf Tage oder länger in derselben Unterkunft bleiben möchtet, versucht bei Ankunft einen günstigeren Preis pro Nacht auszuhandeln. Obwohl es zugegebenerweise einfacher ist, Vergünstigungen während der Off- oder Nebensaison auszuhandeln, schadet es wirklich nie, einfach zu fragen!
Sehr oft sind Hotels und andere Unterkünfte durchaus willens, euch für längere Aufenthalte lohnende Preisnachlässe zu gewähren.
7. Versucht von unterwegs zu arbeiten
Fragt in eurem Hostel oder in der süßen Strandbar von nebenan, ob ihr dort nicht vielleicht ein paar Wochen im Austausch für Kost und Logis arbeiten könnt. Oder sucht online nach kleinen Freelance-Projekten, die ihr ortsunabhängig erledigen könnt.
Abgesehen davon, dass ihr so Geld spart, war das Erlebnis für mich noch auf ganz andere, unerwartete Weise großartig. Es half mir dabei, fantastische Leute zu treffen und bedeutsame Kontakte in den Städten, die ich besucht habe, zu knüpfen. Viele Langzeitreisende entwickeln nach einer Weile außerdem ein gewisses Gefühl von Nutzlosigkeit, nachdem sie mehrere Monate ohne festes Ziel herumgereist sind; hier und da kleinere Jobs anzunehmen, kann euch dabei helfen, diesem Gefühl gezielt entgegenzuwirken.
Als ich anfing, als freischaffende Journalistin und Content Creatorin zu arbeiten, fühlten sich schon die kleinsten Einnahmen wie riesige Gewinne an. Falls ihr das Reisen also zu einem permanenteren Lebensstil machen möchtet, solltet ihr zeitgleich an einem festen Klientel arbeiten.
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