Selbständigkeit liegt voll im Trend. Auch in vielen Unternehmen ist das dauerhafte oder zeitweise Arbeiten im Homeoffice mittlerweile gang und gäbe. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Menschen dazu entscheiden, ihren Arbeitsplatz in die Sonne zu verlegen und den Arbeitstag mit einem Cocktail in der Hand am Strand abzuschließen. Hier erfahrt ihr, warum Spanien das perfekte Ziel zum ortsunabhängigen Arbeiten ist.
Was ist eigentlich „Remote Working“?
Bei dem englischen Begriff Remote Working handelt es sich schlicht um „Fernarbeit“ bzw. um „ortsunabhängiges Arbeiten“. Das wesentliche Merkmal von Fernarbeit ist, dass ihr als Arbeitnehmende nicht an den Arbeitsplatz eures Unternehmens gebunden seid. Stattdessen könnt ihr zuhause, im Ausland, oder wo auch immer ihr möchtet, arbeiten. Die gleichen Vorzüge genießen selbstverständlich auch Selbständige, die für ihre Arbeit lediglich einen Internetanschluss benötigen.




Kann ich in Spanien remote ohne Visum arbeiten?
Innerhalb der Europäischen Union (EU) gilt das Recht auf Freizügigkeit. Unter Freizügigkeit versteht man das Recht, sich als Unionsbürger in der EU ohne Visum frei zu bewegen, in andere Mitgliedstaaten einzureisen und sich dort aufzuhalten. Als Angehörige der Europäischen Union benötigt ihr für die Einreise nach Spanien demnach lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass.
Falls ihr plant, euren Wohnsitz von Deutschland nach Spanien zu verlegen, Eigentum in Spanien zu erwerben oder für ein ortsansässiges Unternehmen zu arbeiten, müsst ihr zusätzlich eine sogenannte NIE–Nummer beantragen.
Wie lange ist ortsunabhängiges Arbeiten in Spanien möglich?
Die sogenannte „183-Tage-Regelung“ besagt, dass ihr bei einem Aufenthalt in Spanien von unter 183 Tagen in Deutschland steuerpflichtig bleibt. Sie gilt immer dann, wenn ihr entweder selbständig oder bei einem in Deutschland ansässigen Unternehmen (also keiner Betriebsstätte des Unternehmens im Tätigkeitsstaat Spanien) beschäftigt seid.
Falls ihr also weiterhin nur in Deutschland Steuern zahlen möchtet, darf eure Aufenthaltsdauer maximal 183 Tage pro Jahr betragen. Möchtet ihr länger bleiben, werden eure Einkünfte in Spanien besteuert. In diesem Fall müsst ihr in Deutschland allerdings keine Steuern mehr zahlen.
Wichtig zu wissen: Die 183 Tage müssen nicht zusammenliegen. Ihr könnt über das Jahr auch mehrmals ein- und ausreisen.




Wie gut sind die Arbeitsbedingungen für Fernarbeitende?
Spanien bietet ideale Voraussetzungen für das ortsunabhängige Arbeiten. Mit Flugverbindungen, Zügen und Bussen ist das Verkehrsnetz extrem gut ausgebaut. Alle großen Städte sind durch Hochgeschwindigkeitszüge miteinander verbunden und die meisten Inseln können sowohl vom Festland aus als auch untereinander mit der Fähre erreicht werden. Spanien zählt außerdem zu den sonnigsten Orten Europas. In einigen Regionen scheint die Sonne mehr als 3000 Stunden pro Jahr. In den südlichsten Regionen und Inseln, wie beispielsweise den Kanaren, könnt ihr euch sogar im Winter über frühlingshafte Temperaturen freuen.
Was die Glasfaserabdeckung angeht, zählt Spanien seit einigen Jahren zu den Spitzenreitern unter den europäischen Ländern. Über 90 Prozent der Bevölkerung profitiert inzwischen von der Breitbandabdeckung – und das sogar in ländlichen Gebieten. Kostenloses WLAN wird unter anderem in fast allen Hotels, Cafés, Bibliotheken, Geschäften sowie Kultureinrichtungen angeboten. Wenn ihr euren Handyvertrag in der EU abgeschlossen habt, könnt ihr in Spanien das Internet ohne Extrakosten mit eurem Smartphone nutzen.
Last but not least gibt es in Spanien außergewöhnlich viele Coworking-Spaces, die nicht nur mit gutem WLAN, sondern oft auch mit modernster Technologie ausgestattet sind. Auch „Coliving“ wird in Spanien groß geschrieben. Falls ihr also nicht alleine in einem kleinen Apartment wohnen und an Kosten sparen wollt, ist ein sogenanntes Coliving-Space eine gute Wahl. Hier arbeitet ihr nicht nur mit Gleichgesinnten in ein und demselben Raum, ihr wohnt sogar zusammen.
Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in Spanien?
Mit welchen alltäglichen Kosten ihr in Spanien rechnen müsst, hängt ganz von eurem individuellen Lebensstandard und zum großen Teil natürlich von der Region in Spanien, für die ihr euch entscheidet, ab. Zu den teuersten Städten zählen beispielsweise San Sebastián, Barcelona, Madrid und Bilbao. Die letzten Plätze nehmen unter anderem Salamanca, Sevilla und Cádiz ein.
Im Allgemeinen sind die Lebenshaltungskosten in Spanien niedriger als in Deutschland, weshalb es auch viele Rentner aus Deutschland in das Land zieht. Die Mietpreise sind etwa 21% günstiger als in Deutschland. Eine Mahlzeit in einem Restaurant kostet in Spanien ebenfalls im Durchschnitt 15% weniger als in Deutschland.
Hier findet ihr eine ausführliche Auflistung der Lebenshaltungskosten in Spanien.




Besteht eine Lohnsteuerpflicht beim Arbeiten in Spanien?
Deutschland hat mit allen Staaten der Europäischen Union ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen – so auch mit Spanien. Dieses Abkommen regelt, ob Fernarbeitende in Deutschland oder in Spanien Lohnsteuern bezahlen müssen und unter welchen Voraussetzungen.
Grundsätzlich gilt: Solltet ihr euren Wohnsitz in Deutschland haben und unter 183 Tage pro Jahr ortsunabhängig in Spanien arbeiten, müssen Lohnsteuern ausschließlich in Deutschland gezahlt werden. Sobald ihr eurer Tätigkeit mehr als 183 Tage in Spanien nachgeht, müsst ihr automatisch Steuern in Spanien zahlen.
💡 Hinweis: Falls euer Wohnsitz weiterhin in Deutschland angemeldet ist, erfolgt die Besteuerung nach wie vor im Rahmen des deutschen Steuerrechts. Unabhängig von eurer Aufenthaltsdauer in Spanien solltet ihr mit eurem Arbeitgeber jedoch überprüfen, ob sich für euch steuerliche Verpflichtungen in Spanien ergeben. Schließt ggfs. eine entsprechende Betriebsvereinbarung über das ortsunabhängige Arbeiten im Ausland ab.
Flüge, Mietwagen und Unterkünfte in Spanien
Besonders das spanische Festland bietet noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Größere Städte wie Barcelona oder Madrid sowie die Balearischen Inseln sind mit dem Flugzeug unkompliziert und oft auch für wenig Geld zu erreichen. Die Hotspots in Spanien werden von vielen verschiedenen Airlines angeflogen – oft sogar mehrmals am Tag. So werdet ihr selten vor Problemen stehen, wenn ihr euren Flug in die neue Zweitheimat oder auch den ein oder anderen Heimatbesuch buchen möchtet.
Auch einen Mietwagen bekommt ihr in Spanien vergleichsweise günstig, sodass ihr das Land flexibel erkunden könnt. Denn Spanien ist eine wichtige Tourismusdestination und verfügt dementsprechend über ein großes Netz an Anbietern, die sich oft sogar mit Schnäppchenpreisen gegenseitig unterbieten.
Wenn ihr in den ersten Wochen in einer Ferienwohnung unterkommen oder an euren freien Tagen das Land bereisen möchtet, habt ihr ebenfalls die Qual der Wahl. Denn neben unzähligen Hotels gibt es in Spanien auch jede Menge Apartments für Selbstversorger, in denen ihr euch längerfristig einquartieren könnt.
Welche Orte in Spanien eignen sich besonders gut für ortsunabhängiges Arbeiten?
In Spanien habt ihr die Qual der Wahl. Denn alle Regionen des Landes bieten einzigartige Landschaften, gastfreundliche Menschen, Feste, Kultur und natürlich auch eine sensationelle Landesküche. Nach der Arbeit könnt ihr die Natur genießen, eine Tapasbar besuchen oder euren Tag bei einem Spaziergang am Strand ausklingen lassen. Einige Orte in Spanien sind bei Fernarbeitenden aber besonders beliebt.
Für Städteliebhaber
Barcelona gilt als die Hauptstadt der Coworking-Spaces. Schon seit einigen Jahren buhlt der Tourismusverband Turisme de Barcelona mit dem Programm „Barcelona Workation“ um die Gunst der Digitalen Nomaden.
Das Projekt soll Besucher ansprechen, die das Konzept des „ortsunabhängigen und temporären Arbeitens aus der Ferne“ abseits ihres eigentlichen Wohnortes testen möchten, um im Ausland neue Erfahrungen zu machen. Es soll vor allem den Zugang zum Hochgeschwindigkeits-Internet, zu geeigneten Unterkünften und nützlichen Infrastrukturen erleichtern. Für 35 Euro ist außerdem die „Barcelona Card Workation“ erhältlich, die unter anderem freien Eintritt zu den kulturellen Highlights der Stadt bietet.
Auch die spanische Hauptstadt Madrid erfreut sich bei ortsunabhängig Arbeitenden großer Beliebtheit und gilt als Treffpunkt für Digitale Nomaden. Weitere Hotspots für Fernarbeitende sind unter anderem Sevilla, Granada, Bilbao, San Sebastián, Málaga und Valencia.
Für Strandliebhaber
Am südlichsten Punkt von Spanien gelegen, gehört das Kitesurfer-Paradies Tarifa zu den reizvollsten Destinationen für Remote Worker in ganz Europa. Die ständig wachsende Community vor Ort organisiert jede Menge Events und Meet-Ups, bei denen ihr Gleichgesinnte treffen und euch mit ihnen austauschen könnt. Hier könnt ihr günstige Unterkünfte in Tarifa vergleichen.
Falls ihr buchstäblich dort arbeiten möchtet, wo andere Urlaub machen, sind unter anderem die Kanareninseln Gran Canaria und Fuerteventura sowie die Baleareninseln Mallorca und Ibiza empfehlenswert. Auch hier findet ihr jede Menge Coworking- und Coliving Spaces und dürft euch außerdem über ganzjährig angenehme Temperaturen freuen.




FAQs zum Remote Working in Spanien
NIE steht für „número de identificación para extranjeros“. Es handelt sich hierbei um eine Nummer zur Identifizierung von Menschen aus dem Ausland, die als eine Art Steuernummer dient. Die NIE-Nummer kann von Deutschland aus beim zuständigen spanischen Konsulat oder direkt bei der örtlichen Nationalpolizei in Spanien beantragt werden.
Digitale Nomaden können Unternehmer, Freelancer oder auch Angestellte sein, die ihre Arbeit weitestgehend im Internet verrichten. Sie arbeiten örtlich völlig unabhängig.
Ein Coworking-Space ist meist ein Großraumbüro oder ein ähnlich angelegter Raum, in dem verschiedene (ortsungebundene) Berufsgruppen zusammen arbeiten, entweder für eigene oder gemeinsame Zwecke. Coliving-Spaces dagegen gelten als eine neue Art der klassischen WG für Berufstätige, in der ihr euch mit Gleichgesinnten in einer gemeinsamen Wohnung/Haus austauschen könnt.
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