Hallo liebe Reisefreunde, mein Name ist Iza. Ich bin seit mehr als zwei Jahren als freischaffende Redakteurin und Social Media Managerin für Skyscanner Deutschland tätig. Zurzeit lebe ich in meiner schönen Heimatstadt Bielefeld im Nordwesten Deutschlands und arbeite dank meines ortsungebundenen Jobs von zu Hause aus. Ich bin leidenschaftliche Reisefotografin und was man auf Englisch einen Travelholic nennt – jemand mit Dauerfernweh – und gebe mein Bestes, meine Begeisterung für das Reisen an Gleichgesinnte in meinen Artikeln weiterzugeben. In diesem Artikel spreche ich über meine Erfahrungen zum Leben in Coronazeiten in Bielefeld und Deutschland.

Wie sich Corona auf den Alltag in Bielefeld auswirkt
Reisewarnungen, Landeverbote und Einreisestopps. Wir alle haben uns das Reisen im Jahr 2020 sicherlich ganz anders vorgestellt. Dennoch mussten viele von uns ihre Reisepläne vorerst an den Nagel hängen und wegen der Coronakrise umdenken. Begrifflichkeiten wie Social Distancing, Lockdown und Quarantäne bereicherten nicht nur unseren Wortschatz, sondern nahmen auch einen entscheindenden Einfluss auf unser Miteinander. Wie sich die Coronazeit auf mein Leben in Bielefeld ausgewirkt hat und wie ich die „neue Normalität“ wahrnehme, erzähle ich euch hier.
Ein Tag in Pandemiezeiten
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Das Leben in Coronazeiten schränkt weiterhin ein, doch von dem sozialen Stillstand, der mit dem Ausbruch der Pandemie eingekehrt war, scheint keine Spur mehr. Eine schrittweise Rückkehr zur Normalität gibt den Menschen Hoffnung. Viele versammeln sich in Cafés, gehen in der City shoppen und treffen sich mit ihren Freunden. Sie sehnen sich nach Sommer und dem Kontakt zu anderen Menschen. Wir können gewiss auch mal alleine sein, dennoch ist der Mensch gerne ein sozial aktives Wesen. In vielen Unternehmen neigt sich die Homeoffice-Zeit durch Corona dem Ende zu. Auch der Hashtag #stayhome hat an Bedeutung verloren. Man hat gelernt mit Corona zu leben.
Doch obwohl wir wieder unseren alltäglichen Aktivitäten unter bestimmten Voraussetzungen wieder nachgehen können, sind wir auch vorsichtiger geworden. Der Sicherheitsabstand wird in Supermärkten streng befolgt und wer die obligatorische Maske in geschlossenen Räumen nicht trägt, wird schnell eines Besseren belehrt. „Bitte Hände desinfizieren“- Schilder und daneben stehende Handdesinfektionsspender am Eingang vieler Geschäfte und Arztpraxen machen den Menschen bewusst, dass es noch nicht „vorbei ist“. Auch in den Medien ist das Coronavirus stets präsent und man hört täglich von der Entwicklung der Infiziertenzahlen, Reisebeschränkungen in anderen Ländern und wie wichtig es ist, sich an die Regeln zu halten. Kommen wir also zu den Corona-Maßnahmen in Bielefeld und ganz Deutschland.
Weitere Informationen zu Leben in anderen Ländern und Reisen in Coronazeiten: Informiert euch hier zu den aktuellsten Coronavirus Reisehinweisen
Social Distancing
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Das Spazierengehen in Bielefeld kommt mir manchmal wie Autofahren vor. Vorausschauend einen Fuß nach dem anderen setzen, um ja die vorgeschriebene Distanz von 1,5 Metern zu wahren. In Supermärkten und anderen geschlossenen Räumen wurden überall Markierungen am Boden angebracht, um die Menschen daran zu erinnern, Abstand zu halten. Auch die Menschenmassen in Freibädern und im von Bielefeld Marketing ins Leben gerufenem Autokino bleiben aufgrund der begrenzten Ticket-Anzahl aus. Im Voraus reservieren heißt die Devise. Und mal ehrlich, etwas mehr Platz beim Einkaufen oder im Pool ohne nerviges Gedrängel ist gar nicht mal so schlecht, oder? Dem Leben in Coronazeiten kann ich persönlich auch gute Dinge abgewinnen.
Das Coronavirus hat die Etikette gründlich geändert. Ellbogen statt Küsschen. Corona Fuß-Gruß statt Umarmung. Allerdings meinen es einige von uns auch zu gut mit dem Social Distancing. Letztens lief ich durch einen Drogerieladen bei mir um die Ecke und wurde von einer Frau beim Vorbeigehen mit den Worten „Kommen Sie mir ja nicht zu nahe!“ begrüßt. Ja, so ist sie, die ostwestfälische Frohnatur. Die Pandemie ist in manchen Köpfen immer noch sehr stark verankert. Leider vergisst manch einer dabei seine Manieren. Immerhin geht es beim Social Distancing um die räumliche Distanzierung von (möglicherweise) infizierten zu nicht infizierten Personen, nicht um die soziale Entfremdung. Lassen wir es also nicht dazu kommen.
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Maskenpflicht

Gesichtsmasken? Hat das etwas mit Gesichtspflege zu tun? Ich muss zugeben, ich bin kein großer Fan des beliebten Modeaccessoires 2020. Das liegt vielleicht daran, dass a) das Atmen schwer fällt und b) die Masken unbequem und eng sitzen. Besonders bemerkbar macht sich der Mund-Nasen-Schutz beim Sport, wenn bei hochsommerlichen Temperaturen unter dem Stück Stoff mal schnell die Luft knapp wird. Das macht das Leben in Coronazeiten nicht einfacher.
In Bielefeld und bundesweit gilt eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. Auch in vielen weiteren geschlossenen Räumlichkeiten, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, ist die Maske ein Muss. Ich hatte anfangs Probleme damit, beim Verlassen des Hauses an die Maske zu denken, aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier. So wurde auch die Alltagsmaske schnell zur Gewohnheit. Aufsetzen, Augen zu und durch. Mittlerweile droht Maskenverweigerern in NRW ein Bußgeld von 150 Euro. Ein Grund mehr sich solidarisch zu zeigen.
Tipps zum Fliegen in Coronazeiten: wichtige Informationen zur Gesichtsmaske
Lockdown- und Quarantäne-Regeln in Nordrhein-Westfalen

Obwohl sich Nordrhein-Westfalen nach Bayern als Bundesland mit den meisten Corona-Infektionen entpuppt hat, so hat Bielefeld mit einer relativ niedrigen Infektionsrate glänzen können. Als es dann um unsere Nachbarstadt Gütersloh und eine hohe Zahl an Corona-Infizierten in dem Schlachtbetrieb Tönnies laut wurde, verflog bei vielen die Euphorie über eine schnelle Rückkehr zur Normalität. Kurz daraufhin verkündete Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet auch noch die komplette Abriegelung des Kreises. In ganz Ostwestfalen wuchs die Angst vor einem Lockdown. Hinzu kamen Einreiseverbote für Gütersloher nach Österreich und in andere Bundesländer, die vielen unserer Nachbarn – mental auch uns Bielefeldern – schwer zu schaffen machten und Urlaubspläne durchkreuzten.
Grundsätzlich gilt, dass bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von 7 Tagen in Landkreisen oder kreisfreien Städten die Bundesländer sofort wieder mit Beschränkungsmaßnahmen handeln können. Trotz mehr als 40.000 Ein- und Auspendlern zwischen Bielefeld und dem Kreis Gütersloh täglich, blieb Bielefeld vom Lockdown verschont und die Bielefelder konnten aufatmen. Gütersloher Kennzeichen wurden in den kommenden Wochen misstrauisch, wenn nicht feindselig beäugt. Es gab sogar Berichte über demolierte Gütersloher Autos in der Innenstadt. Mittlerweile haben wir uns alle jedoch wieder vertragen.
Zugegeben gehört Lockdown aus vorher genannten Gründen nicht zu meinen Lieblingswörtern, wenn ich mich jedoch entscheiden müsste, würde ich „Quarantäne“ zu meinem persönlichen Unwort des Jahres 2020 küren. Nicht selten habe ich das Gefühl, dass sich Menschen viel mehr vor der vorübergehenden Freiheitsberaubung fürchten als vor dem Coronavirus selbst. Wer nachweislich Kontakt mit einer an COVID-19 erkrankten Person hatte oder aus einem Risikogebiet einreist, muss zurzeit einen negativen Test vorweisen oder sich in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben. Dabei darf die Wohnung ohne ausdrückliche Zustimmung des Gesundheitsamtes nicht verlassen werden. Besuch ist natürlich ebenfalls strengstens untersagt. Keine schöne Vorstellung, oder? Seit 6. August ist der Corona-Test zudem verpflichtend.
Was ist in Bielefeld in Coronazeiten geöffnet?

„Bielefeld? Das gibt’s doch gar nicht“. Gehört? Echt nicht? Alle Bielefelder unter euch können es wahrscheinlich nicht mehr hören. Die sogenannte „Bielefeld Verschwörungstheorie“ hat die Stadt über ihre Grenzen hinaus für ihre vermeintliche Nichtexistenz bekannt gemacht. Nach Ausbruch des Coronavirus in Deutschland schien sich die Verschwörungstheorie schon fast zu bewahrheiten. Der Beginn einer merkwürdigen Zwischenzeit war gekommen. Die Stadt war wie leer gefegt. Alles hatte dicht machen müssen. Veranstaltungen bundesweit wurden abgesagt. Nur in den Supermarkt konnte man noch, doch wirklich gern machte das wohl niemand. Die Angst sich mit dem neuartigen Virus zu infizieren war groß. Die Tage fühlten sich merkwürdig zäh an und jeder fragte sich, wann das Ganze wohl ein Ende nehmen würde.
Mittlerweile haben die meisten Läden wieder geöffnet, doch vieles ist anders als zuvor. Trennwände wurden an den Kassen installiert und einige Bäckereien dürfen nur von maximal einem Kunden betreten werden. Es bilden sich Schlangen, überall. In Restaurants stehen die Tische weiter voneinander entfernt, um den Sicherheitsabstand wahren zu können, und nur am Tisch darf die Gesichtsmaske abgenommen werden. Zusätzlich müssen die Kontaktdaten hinterlassen werden, nur im Fall der Fälle. Ein Alptraum für jeden Verschwörungstheoretiker. Die Kapazitäten sind entsprechend kleiner, daher müssen viele ihren Restaurantbesuch gut planen und ggf. einen Tisch reservieren. Die Erfahrung blieb auch mir nicht erspart. Am Ende musste ich doch den Lieferservice rufen. Aus der Traum von einem gemütlichen Abendmahl beim Lieblingsspanier.
Staycations
Wenn man früher kein Geld hatte um in den Urlaub zu fahren, machte man “Urlaub auf Balkonien”. Corona hat einen weiteren Trend hervorgebracht, bei dem man sich verwöhnen lassen kann, ohne eine lange Reise auf sich zu nehmen. Corona-konform halt. Die Rede ist von den sogenannten „Staycations“. Der Begriff kommt aus dem Amerikanischen und setzt sich aus den zwei Wörtern „stay“ (bleiben) und „vacation“ (Urlaub) zusammen und beschreibt einen Urlaub zuhause.
Hotels in Nordrhein-Westfalen durften am 18. Mai wieder für Touristen öffnen und gerade in den Großstädten haben viele diesen Trend erkannt. Blitzschnell wurden spezielle Angebote für Urlauber erstellt, die gerade mal ein paar Straßen weiter wohnen. Eine Win-win-Situation: Die Hotels gleichen ihre Verluste durch das Coronavirus aus und wir erleichtern unser Leben in Coronazeiten, indem wir in den wohlverdienten Urlaub fahren. Das Coronavirus kann vieles, aber den Urlaubsoptimismus kann es uns nicht nehmen.
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Sicherheitstipps in Bielefeld und ganz Deutschland

Der Hashtag #flattenthecurve tauchte kurz nach Einführung diverser Corona-Maßnahmen in allen sozialen Medien auf und forderte die Menschen dazu auf, sich an die von der Bundesregierung ergriffenden Schutzmaßnahmen zu halten, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Zu viele Fälle am Tag würden das Gesundheitssystem überfordern, so dass einzelne Patienten nicht angemessen behandelt werden könnten. Wie ihr euch am besten schützen könnt, erfahrt ihr hier:
- Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht kontinuierlich Empfehlungen für Schutz- und Präventionsmaßnahmen aus.
- Auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit findet ihr verlässliche Antworten und konkrete Informationen, wie ihr euch schützen und anderen helfen könnt.
- Das Robert Koch Institut (RKI) bewertet kontinuierlich die aktuelle COVID-19-Lage und stellt Empfehlungen für die Fachöffentlichkeit zur Verfügung.
- Auf der Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) findet ihr aktuelle und fachlich gesicherte Informationen zu COVID-19.
- Seit dem 16. Juni 2020 ist die Corona-Warn-App verfügbar. Sie soll Gesundheitsämter dabei unterstützen, Kontakte nachzuverfolgen, Infektionsketten zu unterbrechen und das Leben in Coronazeiten sicherer zu machen.
Auf der Seite der Stadt Bielefeld stehen außerdem hilfreiche Tipps und Informationen, wie die Coronaeinreiseverordnung für NRW, Hygiene-Tipps, Verhaltensempfehlungen bei Verdacht auf eine Infektion und Quarantäne-Informationen. Darüber hinaus stellt die Stadt Informationen über konkrete Unterstützungsangebote, zu Beratungsangeboten oder Hilfsangeboten in Krisensituationen zur Verfügung.
Ein paar abschließende Worte
Normalerweise dreht sich mein Leben ums Reisen. Ich habe keine feste Adresse. Zum ersten Mal seit Jahren bin ich in einer Stadt, einem Zuhause. Seit nun mehreren Monaten. Ich sehne mich danach, wieder in der weiten Welt unterwegs zu sein. Aber in der Zwischenzeit bleibe ich hier und besuche die schönsten Ecken meines eigenen Landes. Meiner eigenen Stadt. Wird ja auch mal Zeit.
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